Liebfrauen

Sommerzeit 2017_WEbsite

Ferienzeit - Zeit des Staunens - Zeit der Ruhe 


Liebe Angehörige und Freunde der Pfarrei Liebfrauen
  

Die Sommerzeit, die Ferienzeit ist für viele auch die Zeit der Ausflüge. Koffer und Rucksäcke werden gepackt. Aber was nehmen wir für einen oder mehrere Tage mit? Was darf in Ihrem Rucksack nicht fehlen? In meinem Rucksack befindet sich immer etwas Warmes zum Anziehen, eine wetterfeste Jacke und Proviant, aber auch eine Karte zur Orientierung, manchmal eine Sitzdecke und Pflaster, je nach der Gegend, in der ich unterwegs bin. Wer sich auf den Weg macht, Neues erkundet, erweitert seinen Horizont und lässt sich auf neue Perspektiven ein. Die Bibel erzählt im Neuen und Alten Testament von unzähligen Weggeschichten. Schon Abraham wird aufgefordert: «Geh weg aus deinem Land...»

Wie tröstlich ist es, dass wir Gott nicht nur an einem festen Ort begegnen können, sondern Gott Wegbegleiter ist. Er ist der Jahwe, der «Ich-bin-mit-dir», so wie er sich Mose zu erkennen gibt, als er auf die Aufforderung loszugehen, ängstlich und überfordert reagiert. Er ist auch mit uns unterwegs, begleitet uns durch Höhen und Tiefen unseres Lebens. Gott lädt uns immer wieder ein aufzubrechen, uns auf den Weg zu machen. Damit ist nicht Urlaub oder Ferien gemeint, sondern Aufbrüche, Veränderungen in unserem Leben. 

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Den ersten Schritt wagen müssen wir selber; und das ist oft gar nicht so einfach, denn dafür müssen wir unseren Standpunkt verlassen. Jeder Schritt ist ein Abenteuer des Vertrauens. Petrus hört dieses «Komm», als er Jesus auf dem Wasser entgegengehen möchte. Wo er glaubt und vertraut, kann er übers Wasser gehen; als er anfängt zu zweifeln, geht er unter. Hilde Domin schreibt: «Ich setzte meinen Fuss in die Luft und sie trug». Sie drückt aus, dass uns mehr trägt als der sichere Grund, dass es eine innere Gewissheit gibt, die stärker ist als die Gesetze der Statik und Logik. Wer auf der Suche nach Gott ist, sollte unterwegs die Augen offen halten für die Besonderheiten auf dem Weg, für das Wunder der Natur und auch für die Begegnungen mit Menschen. Gott ist nicht immer da zu finden, wo wir ihn erwarten. 

Das musste auch Elija im Alten Testament merken. Gott war nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, sondern im leichten Säuseln des Windes. Aufbrechen heisst immer auch, etwas hinter sich zu lassen. Aus dem Urlaub nehmen wir uns gerne Erinnerungsstücke mit und so füllt sich unser Rucksack. Auch unser Lebensrucksack füllt sich mit Erfahrungen, die uns prägen. 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und ein gutes Unterwegs-Sein - mit vielen Menschen, die Ihnen lieb sind. 

Ihr Pfarrer
Josef-Michael Karber 

♣ 10 Jahre Pfarrer Josef Karber ♣